Eigentlich müsste ich mit nem neuen Progrämmchen anfangen hier, aber für ne Viertelstunde bis zum Mittag lohnt das nicht. Also fang ich mal an, ein Bisschen was über meinen Urlaub zu schreiben.
Das Area4 war insgesamt ne super Sache. Hat Spaß gemacht. Der Anreise-Donnerstag war extrem heiß, aber mit genug Bier ging auch das Aufbauen leicht von der Hand. Das Gelände ist überschaubar und gut angelegt, die Ordner waren gut drauf und die übrigen Festival-Besucher sowieso. An Bands gab’s für mich keine wirklichen Highlights. Es war ne schöne Mischung. Ob ich noch alle zusammen bekomme, die ich gesehen hab? Freitag: Mad Caddies, Jet, Deftones, The Offspring, Die Toten Hosen. Samstag: The Get Up Kids, Thursday, Eagles of Death Metal, AFI, Rise Against. Sonntag: Life of Agony, Anti Flag, Kettcar, Farin Urlaub, (Faith No More). Bei Faith No More bin ich irgendwann Essen gegangen, weil die mir so gar nicht zugesagt haben – ist einfach nicht meine Musik. Danach hab ich mit Florian noch ordentlich Gas gegeben und dementsprechend ging es mir am Montagmorgen auch. Naja, Abbau ging noch und die Heimfahrt war dank Michael und Anne mit ihrem Bulli auch sehr entspannt.
Der Plan, dann direkt wieder mit dem Rad nach Bremerhaven aufzubrechen, hat sogar einigermaßen geklappt. Ich glaub, ich bin gegen 15:50 aus Bremen herausgefahren. Hat sich auch sehr gut angefühlt, aber irgendwie war der Weser-Rad-Weg an der Westseite der Weser entlang etwas länger als geplant. Etwa 96km bin ich bis zum Fähranleger in Nordenham gefahren (und dabei an Orten mit wunderschönen Namen wie “Käseburg” vorbeigekommen). Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass der Anleger direkt in Nordenham ist, aber das war mal keiner. Es hätte genau gepasst mit der Fähre um 20:40 nach Bremerhaven überzusetzen, nur leider hab ich erst auf den Schildern in Nordenham gesehen, dass ich noch 8km weiter nördlich muss, um zur Fähre zu kommen – Top! Gegen 20:50 war ich da, Fähre grad weg, nächste kommt um 21:40. Also hab ich ne knappe Stunde am Wasser rumgestanden und versucht, mich zu regenerieren. Tapi war mit zwei Freunden sogar auf der Fähre, die dann um 21:40 rüberkam und in Bremerhaven sind wir zu seiner Wohnung gelaufen. Am Ende standen ziemlich genau 100km auf dem Tacho. Ich war einigermaßen fertig, als ich um halb 12 (oder wie spät war’s?) bei zwei Bier und ner Peperoni-Pizza bei Tapi in der Küche saß. Kleiner Hinweis noch für Tapi: Meine Fahrkarte war teurer, weil ich das Fahrrad noch bezahlen musste
Ansonsten gilt ihm großer Dank für Betreuung und Unterkunft – er hatte sogar mit Magnesium angereichertes Wasser dabei, als er mich abholen kam, wenn das ma nich geil is.
Am Dienstagmorgen musste Tapi dann recht früh hoch, weil er ein – erfreulicherweise erfolgreiches – Vorstellungsgespräch in Münster hatte. Ich bin etwas später aus seiner Koje gekrochen, zum Bahnhof geradelt (eigentlich find ich Bremerhaven gar nicht so häßlich
) und habe den nächsten Zug nach Osnabrück genommen. Dort hab ich unnötigerweise gefühlt-ewig gebraucht, um aus der Stadt herauszukommen – eigentlich kenn ich mich da doch aus… Meinen Onkel konnte ich erwartungsgemäß telefonisch nicht erreichen – er war ja Arbeiten. Daher hab ich mir erst mal ne Riesen-Pommes gekauft, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, Nahrung zu brauchen. Allerdings war mein Körper durch Festival und die erste lange Tour schon völlig verstört, so dass ich kaum was essen konnte. Radfahren ging aber trotzdem noch. Als ich dann die Fahrrad-Schilder nach Hagen am Teutoburger-Wald gefunden hatte, dachte ich schon, ich wäre gut unterwegs. Allerdings hab ich’s irgendwie geschafft, nicht um den Jägerberg und “Hüggel” herum- sondern direkt DRÜBER zu fahren – wenn man das Fahren nennen möchte. Ich war noch nie so froh, den ersten von 21 Gängen zu haben o_O Teilweise musste ich schieben. Mit dem Rad und dem Gepäck ging das mal teilweise gar nicht, über irgendwelche Waldwege zu krachseln, deren oberes Ende ich manchmal nicht mal mehr sehen konnte. Ansonsten verlief die Strecke bis nach Münster recht unspektakulär. In Ladbergen fuhr ich an den Dortmund-Ems-Kanal heran und folgte diesem bis nach “Coerde”. Dort konnte ich in Richtung Gievenbeck – wo Jojo wohnt – abfahren. Lustig (oder eher seltsam) find ich, dass Münster einen Stadtteil hat, der “Kinderhaus” heißt?! Diesmal kam ich nach etwa 77km sogar noch im Hellen bei Jojo an. Tagsüber hatte ich mich von der halben Pommes, einigen Bananen und mehreren Litern Wasser ernährt. Abends musste also wieder was deftiges her. Ne ordentliche Fleischpita wurde es – aber auch die wollte mein Körper nicht komplett aufnehmen… Danach hat Jojo noch versucht, mich für ein paar kleine PS3-Spiele zu begeistern, aber da war nicht mehr viel zu machen. Ich war wieder total am Ende. Zu Beginn der zweiten Folge “Chuck” bin ich einfach eingeschlafen ^^ Auch hier noch mal vielen Dank an Jojo für Betreuung und Unterkunft
Am dritten Tag sollte es nach Dortmund gehen. Eigentlich wollte ich ab der Münsteraner Innenstadt ein Stück weit die “100-Schlösser-Route” entlang fahren – die konnte ich aber irgendwie nirgends finden. Also suchte ich mir selbst den Weg über wohlklingende Orte wie “Ottmarsbocholt” und “Oberbauernschaft” nach Lünen, von wo aus ich einer sehr guten Radbeschilderung nach Dortmund folgen konnte. Dort wusste ich noch grob, wo ich hin muss; ein kurzer Anruf bei Ralf und ich war am Ziel. Diesmal waren es knapp 85km, allerdings ohne nennenswerte Hügeleien, weshalb ich verhältnismäßig fit war und sogar noch am Abendprogramm meiner beiden Gastgeber teilnehmen konnte: Eine sog. “Abrissparty” bei einer Freundin von Florian und anschließender Besuch im “Spirit” – war cool! Essentechnisch hatte sich nicht viel verändert. Ambitioniert hatte ich mir eine Döner-Pizza bestellt, aber auch die ging nicht komplett rein. Gleichermaßen Dank an Ralf und Flo! Ich hab in deren Küche aufm Sofa geschlafen. Die Mitbewohnerin war vorgewarnt – sie musste am nächsten Morgen früh zur Schule. Falls sie in der Küche war, hab ich davon zumindest nix mitbekommen *schnarch*
Das Festival, die außerplanmäßig langen Einzeletappen und vermutlich auch die etwas zu kurz geratene Erholung am Vorabend haben mir dann allerdings die letzte Tour vermasselt – selber Schuld würd ich sagen. Das “Ardeygebirge” hinter Dortmund und diverse Hügel danach auf dem Weg Richtung Hagen waren zu viel für mich – und auch für meine Gangschaltung. Viel länger hätten wir beide glaub ich nicht durchgehalten. Hinzu kam noch der erste und einzige platte Reifen meiner Tour: Als ich nördlich von Hagen an einer vielbefahrenen Kreuzung stand und wie so oft über den richtigen Weg grübelte, zischte es laut hinter mir und mein Hinterreifen hatte es hinter sich. Ich hab ihn dann auf dem Parkplatz einer Tierarztpraxis geflickt, wobei ich keinen Splitter o.ä. finden konnte. Der Größe des Lochs nach zu urteilen würde ich sagen, dass er einfach überfordert war :-/ Lustig war die Arzthelferin in der Praxis. Ich hatte gefragt, ob ich mir kurz die Hände dort waschen könnte… Als ich vom Bad kam, stand sie mit nem “zahmen” Eichhörnchen dort, das an ihr rumkletterte. Voll witzig. Das Tierchen musste ich auch kurz halten. Sie meinte dann noch hartnäckig, ich habe ja wohl schon Sonnenbrand – was allerdings nicht stimmte, weil mein Braun eher Rot ist, wenn ich frisch aus der Sonne komm – wollt sie mir aber partout nicht glauben. Ich hab mich jedenfalls nach etwa 30km von meiner Schwester aus Hagen abholen lassen. Es reichte und somit hatte ich noch ein bisschen mehr Zeit bei meiner Schwester, meinem Schwager und meinem kleinen Neffen. Zudem waren auch meine Eltern an dem WE in Lüdenscheid – insgesamt sehr schön die Tage. So hatte ich dann auch direkt eine Transportmöglichkeit für mein Rad nach Meppen. Ich hatte noch überlegt, zu versuchen, am Samstag mit dem Rad nach Siegen zu einem Freund von Seulme zu kommen, aber das hab ich mir gespart.
Stattdessen bin ich am Sonntag mit dem Zug nach Eschborn gefahren und habe dort Seulme bei ihrer Familie getroffen.
Die Radtour war insgesamt richtig klasse. Teilweise extrem anstrengend, aber das wollte ich ja auch so haben. Mein Tacho sagt, dass ich 294km zurückgelegt habe. Das is für 4 Tage ein ganz akzeptabler Schnitt, finde ich. Interessant ist, dass ich irgendwie nie Muskelkater hatte. Einzige Erscheinungen waren ziemliche Erschöpfung der Beine zum Schluss – da wird jede Autobahnüberführung zur Herausforderung und ziemliches Hintern-Brennen. Hätte ich keine gepolsterte Radlerhose getragen, wär ich glaub ich am zweiten Tag schon nicht mehr auf den Sattel gekommen. Mit dem Wetter hatte ich ebenfalls enormes Glück: Fast nur Sonne, kaum Wind und keinen Tropfen Regen – wobei der zumindest meinen Sachen dank der hochwertigen Fahrradtaschen meines Bruders auch nicht viel hätte anhaben können.
Wenn ich mal Geld hab (höhöhö), hätte ich wohl Lust, mir irgendwann ein richtiges Fahrrad zuzulegen und dann mal richtige Touren durch richtige Berge und nicht nur durch son paar Hügel zu machen, vielleicht klappt das ja irgendwann mal.
Über die Tage in Eschborn, Frankfurt und Heidelberg und auf der Burg Frankenstein schreibe ich dann später weiter – ich glaub, da mach ich mal nen eigenen Post für auf…
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