Irgendwie muss man dieses Zitat wohl immer bemühen, wenn man von London schreibt, kann das? Jedenfalls hätte ich mal ein paar Sachen über den aktuellen Stand der Mission “Andreas bei den Briten” zu berichten.
So ging es in den letzten Wochen insgesamt ziemlich schnell mit einigen Formalitäten. Wir haben recht lange gebraucht, um unsere Bewerbungen fertig zu machen, recht kurze Zeit nach dem Versenden kamen dann aber bereits die sog. “Unconditional Offers” von der LSBU. Unverbindliche Angebote für Studienplätze im Kurs “Computer Systems & Networks (CSN) BEng Hons” sind das. Die haben wir natürlich direkt angenommen. Mit der Annahme dieser Angebote wurde man dann berechtigt, sich für einen Platz im Wohnheim zu bewerben. Das wurde natürlich auch direkt erledigt und bereits einen Tag später – also quasi seit Freitag – haben wir Angebote für Wohnheimzimmer im McLaren-House. Um diese Angebote anzunehmen, müssen ein paar Online-Formulare durchlaufen werden und gleichzeitig per Kreditkarte 250£ Kaution eingezahlt werden. Die 116£ Miete PRO WOCHE werden dann an drei Zahlterminen in Voraus-Etappen fällig – welch ein Spaß.
Der Kontakt zu meinem Betreuer für’s Final Year Project ist einigermaßen entspannt – er scheint da noch nicht wirklich Handlungsbedarf zu sehen, weshalb Antworten immer ein paar Wochen auf sich warten lassen
Aber das wird schon passen.
Weiterhin müssen jetzt langsam die Umzugsplanungen in Gang kommen. Umzugskartons, mit denen ich meine Sachen bei meinen Eltern einlagern kann, sind beschafft. Mein WG-Zimmer ist zum 01.09. gekündigt und die Planungen, mit welchem Transporter wir 5 einmalig unseren Kram nach London schaffen, werden auch konkreter.
Es geht also los
Ich werde versuchen, hier einigermaßen regelmäßig für Aktualisierungen zu sorgen.
Ich wollte ja immer noch einen Beitrag über die London-Exkursion schreiben, bin aber bisher nie dazu gekommen. Zu ausführlich möcht ich nicht werden. Die Flüge mit Ryanair und die Bustransfers mit Terravision haben einwandfrei funktioniert, das Hostel “The Steam Engine” war nett. Etwas schmuddelig sind solche Hostels ja wohl immer, einen direkten Vergleich hab ich bisher nicht. Aber die Bar im Erdgeschoss ist klasse, die Leute waren nett und es hat alles super geklappt. Für eventuelle Besucher würde ich den Laden auf jeden Fall empfehlen. Man braucht zu Fuß kaum 10 min zum Wohnheim / zur Uni
Von der Lage her ist das ganze schon recht attraktiv. Die Uni (und somit auch das McLaren-Wohnheim, in dem wir wohnen werden) liegen etwa 1km vom London Eye entfernt und somit ziemlich zentral. Das Wohnheim ist das neueste der LSBU und hat je Zimmer ein Bad, so dass man sich “nur” die Küche zu fünft oder zu acht teilen müsste.
Zur Uni: Der erste Eindruck war sehr gut. Die Studentenschaft ist enorm multikulti und man hat generell mal sowas wie ein Uni-Feeling (im Gegensatz zum MoF-Standort unseres HS-Fachbereichs am Flughafen Bremen).
Nach einigen Infoveranstaltungen über die generellen Rahmenbedingungen konnten wir die Professoren ansprechen, die für die Final-Year-Projects in Frage kommen und mit denen etwas genauer über mögliche Themen reden. Die Gespräche verliefen alle sehr vielversprechend. Wenn man möchte, findet man Betreuer für reine Softwareprojekte, kann aber auch in die Bereiche Robotik, Embedded Systems, Grundlagen der Nachrichtenverarbeitung oder Simulation und Steuerung (z.B. mit Matlab und Simulink) gehen.
Für mich kommen da “nur” Robotik oder ein anständiges Softwareprojekt (evtl. mit ein bisschen embedded) in Frage. Robotik ist “natürlich” am spannendsten, allerdings werde ich nur in die Richtung gehen, wenn der Prof mir ein Projekt anbietet, bei dem ich die Geräte “nur noch” steuern und nicht auch noch bauen muss
Sowas ist durchaus realistisch, da z.B. fünf sog. “AmigoBots” bestellt sind, die ggf. zu sinnvoller Interaktion gebracht werden sollen – evtl. sogar mit Kommunikation über eine offene Smartphone-Plattform. Das wäre natürlich enorm spannend!
Insgesamt klingen die Ansätze der Final-Year-Projects, die wir für den britischen Bachelor of Engineering machen generell interessanter, weil die Projekte über etwa 10 Monate laufen und nicht wie die deutschen Bachelorarbeiten über wenige Wochen.
Heute mal ein Post abseits des Amilo-Projekts. (Ich schreibe ihn nicht mal auf dem Amilo o_O).
Im Laufe meines Studiums habe ich die Möglichkeit, ein Jahr in London an der London Southbank University zu studieren – das wären dann mein 5. und 6. Semester. Das Praxissemester, welches eigentlich im 5. Semester stattfinden würde, würde dann “ausfallen”, da ich dann nicht mehr Student in “Technische Informatik (TI)” sondern in “Internationaler Studiengang Technische Informatik (ISTI)” wäre. In diesem Jahr würde ich das reguläre dritte Studienjahr der Briten absolvieren und am Ende auch einen Britischen Bachelor-Abschluss (Bachelor of Engineering) erreichen. Danach würde ich ins 7. Semester in Deutschland zurückkehren und hier meinen Deutschen Bachelor (Bachelor of Science) machen. Zwei Abschlüsse und ein Auslandsjahr. Klingt ganz geil, oder? Aber wäre ein Praxissemester vielleicht sinnvoller? Zwei “Vorgesetzte” bei der Firma, bei der ich meine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht habe und jetzt auch als Studentische Hilfskraft arbeite, sagen, dass ich auf jeden Fall das Auslandsjahr machen soll. Meinen Studenten-Vertrag könnten wir wohl drumherumlegen, so dass ich die Stunden vorher, nachher und vielleicht noch ein bisschen zwischendurch per VPN abarbeite. Klingt ja auch super. Trotzdem wäre es eine enorme zusätzliche finanzielle Belastung. (Die man sicher recht “leicht” zurückzahlen können wird, wenn man davon ausgeht, als Informatik-Bachelor nicht völlig in die Arbeitslosigkeit zu studieren). Aber möchte ich das meiner Beziehung antun? Möchte ich meine Wohnung (ziemlich geile WG) hier aufgeben und mein komplettes Leben für ein Jahr umstricken?
Vom 2.3.10 bis 6.3.10 fliegen wir jetzt zunächst einmal nach London, um uns Uni, Campus, Wohnheime, Vorlesungen etc. etc. anzuschauen. Wenn alles klappt, wissen wir dann auch schon, bei wem wir welches Final-Year-Project schreiben.
Trotzdem können wir uns nach der Exkursion immer noch gegen London entscheiden. Also erst mal abwarten, wie das wird.