Rock am Ring 2009
Eigentlich müsste ich Mathe / Elektrotechnik / Physik / Softwaretechnik / Programmieren lernen, aber ich find heute keine Motivation… hab ja noch zwei Wochen bis zur ersten Klausur o_O Da hab ich mir überlegt, dass ich ja mal anfangen könnte, meinen “Bericht” über Rock am Ring 2009 zu schreiben. Hier also ein erster Versuch.
Beim Festival fängt natürlich alles immer mit der Suche nach einem Zeltplatz an. Da sich unsere Anfahrtsplanung von Dienstag Nachmittag auf Mittwoch Mittag verlegt hatte, hatten wir zunächst ein ziemliches Problem, was das anging. Eigentlich sollten die Plätze erst Mittwoch Mittag öffnen. Viele hatten aber wohl schon in der Nacht von Di auf Mi ihre Lager aufgeschlagen. Auch wenn nachts noch manche Lager exemplarisch wieder abgebaut werden mussten, waren die Plätze, die wir ins Auge gefasst hatten (D2-D7) schon am Mittwoch Mittag als wir ankamen extrem voll. Es wäre maximal Platz für einige wenige einzelne Zelte gewesen. Tja, was nun… Da saß ich also wieder mit meinem Bruder in seinem Bulli auf der Suche nach nem gescheiten Platz. Wir müssen am Straßenrand auf der Höhe von C6 wohl enorm planlos ausgesehen haben. Zumindest kam eine Ordnerin zu uns und fragte, ob sie uns helfen könnte:
“Ja, wir suchen einen Campingplatz. Die D-Plätze sind alle voll.” – “Ja, ihr schlaft doch bestimmt in eurem Bulli, oder?” – “Äh, ne, wir haben Zelte mit.” (Danke Mama & Papa, dass ihr uns so zur Ehrlichkeit erzogen habt
) – “Falsche Antwort! Ihr schlaft doch sicher in eurem Bulli?!!” – “Achso, äh, ja, klar.” – “Gut, dann könnt ihr hier auf den Caravan-Platz fahren. Ob ihr dann eure Zelte um den Bulli herum aufbaut und da nachts reingeht, weils da gemütlicher ist, ist mir ja egal….”
Sehr geil sowas. Vielen Dank an die gute Dame. Wir fuhren (schaukelten) uns also auf C6a und was fanden wir dort? Einen leicht abschüssigen, noch fast leeren Campingplatz mit 1A Blick übers Tal und enorm viel Platz zur Auswahl. Also schnell eine Ebene Fläche gesucht, Bulli platziert, Pavillons aufgebaut, Zelte für uns und die Nachkömmlinge drumherum, fertig war das Lager. Gegen Abend – spätestens am nächsten Mittag – war der Platz ebenfalls komplett voll. Alles voll mit Bullis oder wenigstens nem Auto mit Anhängerkupplung und immer Zelte drumherum. Die Leute waren natürlich auch entsprechend ausgestattet – sie brauchten ja nix schleppen. Bei fast jedem Lager ein Strom-Aggregat und dazu passende Anlage. Irgendwo projizierte sogar jemand Live-DVDs mit nem Beamer aufs Nachbarzelt.
Was macht man aufm Festival, wenn man schon Mittwochs da ist und die Zeit bis zur ersten Band am Freitag rumkriegen muss? Richtig… Wir sind am Donnerstag irgendwann aufgebrochen und haben uns die Fußwege zum Haupteingang angeschaut. Auf dem Weg hin und zurück haben wir doch einige lustige Sachen erlebt und Leute getroffen – Festival halt. Leute, die ganze Häuser aus Latten zusammengenagelt hatten, Leute, die auf Kühlschränken (später auf nem BobbyCar) Berge herunterfuhren, Russen, die nach 48h Anfahrt ihr Lager am Straßenrand aufgebaut hatten und Finnischen Wodka mit Kirschsaft tranken (von wegen Klischee und so…) usw usw usw. Sehr lustig. Hier mal ein paar Fotos. Der Typ in dem Mochichi-Kostüm war der Knaller. Der wusste nicht mal, dass er aussah wie einer und was genau das is ^^ Das Mädel in der Bayern-Jogginghose war auch lustig. Auf einmal rennt mein Bruder wie n blöder hinter ihr her und hilft ihr beim Schleppen, nur weil sie diese Hose anhatte ^^
Als dann der Freitag Nachmittag kam, machten wir uns auf zur Alternastage, wo wir den kompletten Abend verbringen wollten. Ich hatte Sorge, zu Korn nicht wieder reinzukommen und so stand ich von etwa 16:30 bis 03:00 vor der “kleineren” Bühne des Rings – bis auf 2 Müsli-Riegel ohne Essen, ohne Trinken, ohne Klo – war geil
Vor Korn, irgendwann gegen 1:30 hatte ich irgendwann das Gefühl, dass mein Körper langsam keine Lust mehr hat, aber als sie dann mit Right Now auf die Bühne kamen, hat wohl das Adrenalin dafür gesorgt, dass ich noch weiterkonnte. Der Abend war insgesamt sehr geil. Mit 9 Bands auch der vielfältigste. Von Hardcore Superstar hab ich nur den Schluss gesehen, wodurch die keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Dragonforce war nach dem 3. Lied langweilig, weil alles gleich klingt, allerdings wars lustig “Through the Fire and the Flames” mal live zu sehen. Shinedown waren ziemlich cool. Da ich sie vorher gar nicht kannte, war ich positiv überrascht. Bei Enter Shikari hab ich mich gefragt, ob die ihren Sänger vergessen hatten. Metal mit Elektroeinflüssen war ja irgendwie durchaus interessant, aber der Gesang ging mal gar nicht! Da muss ich noch mal schauen, wie die von Platte sind. Papa Roach… naja… ich mochte bis auf “Last Resort” noch nie wirklich viel von denen und so war das Konzert für mich auch… Staind hatten nen durchaus dicken Klang, aber die Musik ist nicht so wirklich was für mich. Dann kamen Killswich Engage und die gingen ordentlich nach vorn. Hat mir gut gefallen. Als letzter Act vor Korn kam dann noch der gute Herr Manson… Was man von seiner “Show” halten mag, muss jeder selber entscheiden. Er wirft alle 5sek seinen Mic-Ständer um und lässt den von nem Handlanger wieder aufstellen, lässt seine Mikrofone fallen und macht erst weiter, wenn der Handlanger das Ding wieder am Ständer montiert hat, lässt sich ne Flasche Wasser bringen, nimmt nen Schluck, wirft die Flasche weg, spuckt den Schluck aus und lässt sich ne neue Flasche bringen… o_O … gegen Ende musste er sich noch 1-2 Mal mit reinem Sauerstoff versorgen lassen, aber dann hatte er es auch geschafft. Alte Sachen wie Beautiful People, Disposable Teens und Sweet Dreams sind natürlich immer geil, aber sonst… naja. Korn hingegen waren extrem geil. Da hab ich mich sehr drauf gefreut und es hat sich gelohnt zu warten (auch wenn ich vorher durchaus hätte rausgehen können…Leute, die mit mir da waren sind auch raus und wieder reingekommen…). Die Setlist war richtig klasse und Jonathan Davis is einfach ne geile Sau – ich nenn meine Söhne später Jonathan und Davis. Gespielt hamse:
Right Now
Chi
Did My Time
Thoughtless
Falling Away From Me
Coming Undone/We Will Rock You
Helmet In The Bush
Here to Stay
Freak On A Leash
Y’all want a Single
Divine
Somebody Someone
Blind
Got the Life
Damit waren der Freitag Abend und ich völlig am Ende – aber geil wars. Die Bühne ist ja durchaus kleiner als die Center, aber direkt davor geht’s trotzdem richtig zur Sache. Der Bass lässt alle Klamottenschichten einzeln vibrieren und wenn die Double-Bassdrums den eigenen Kehlkopf zittern lassen, fühlt sich das schon geil an. Seltsam fand ich, dass es vor und während Papa Roach extreeem voll war – hat teilweise schon fast keinen Spaß mehr gemacht. Danach wurds leerer… Waren wirklich so viel wegen denen dort?! Sehr krass war die Trockenheit und die dadurch sehr extreme Staubentwicklung. Wann immer mal wieder einer der geliebten CirclePits aus- und wieder zusammengebrochen war, konnte man kaum mehr atmen, weil die Luft mehr aus Staub und Dreck als aus Sauerstoff bestand.
Am Samstag gabs für mich Volbeat, die mir sehr gut gefallen haben, Machine Head (ich glaub, da war mein Höhepunkt, was Alkoholkonsum angeht), wovon ich nicht mehr viel weiß, The Prodigy, die ich auch extrem geil fand – muss man mögen, aber wenn, dann gehn die richtig ab, und Slipknot, die natürlich immer ordentlich Krach machen. Ich hab mich den Abend über fast durchgehend im zweiten Wellenbrecherbereich aufgehalten und bin während Slipknot sogar noch weiter nach hinten.
Blendet man den Tag dazwischen, an dem wir wie immer gegrillt und einige wenige Biere zu uns genommen haben, aus, sind wir hiermit schon am letzten, dem Sonntag Abend. Da hab ich noch das Ende von den Guano Apes mitbekommen, Billy Talent, die ich eigentlich ziemlich gern mag, nur geht die Stimme von dem Typen live einfach gar nicht und Limp Bizkit. Den Limp Bizkit Auftritt fand ich viel besser als erwartet. Sie ham alle alten Hits gespielt und ordentlich Stimmung gemacht – hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Danach spielte auf der Alternastage noch Peter Fox, was auch ganz unterhaltsam war.
Und weil man ja noch nie da war, sind wir danach noch zu dritt ins Partyzelt, bisschen grölen, weil die da tatsächlich nur Lieder zum Mitgrölen gespielt haben – sehr feine Sache!
Am Montag hieß es dann Abbauen und zurück nach Haus. War auch gut so, denn zumindest mir tat fast alles weh. Und weil wir so wunderbar hohe Temperaturen hatten, hab ich mir direkt noch ne Erkältung mit nach Haus genommen. Bei um die 5°C nachts helfen auch vier Schichten Kleidung nicht. Vor allem dann nicht, wenn sie komplett nassgeschwitzt sind
Alles in allem war’s mal wieder total geil. Durch den Bulli hatten wir ja sogar noch das Glück, unsere Sachen keinen Meter weit schleppen zu müssen – ein Traum. Einer unserer Nachkömmlinge hatte noch nen richtigen Gasherd + 5L-Gas-Flasche + Eier und Speck dabei und somit gabs manchmal noch richtig gutes Frühstück
Rock am Ring ist immer wieder ein Erlebnis. Ich freu mich schon jetzt aufs nächste Mal
Da möchte ich dann nach den 5 Tagen sicherlich auch erst mal nur noch “TAKE! ME! TO! THE! HOSPITAL!” brüllen. Jetzt so langsam haben sich meine Ohren wieder erholt, Fuß-, Bein- und alle anderen Schmerzen sind einigermaßen abgeklungen, die Erkältung ist fast weg und gestern konnte ich sogar erstmals wieder Sport machen. Rock’n’Roll!
Erwähnte ich, dass die Jungs, die neben uns mit nem dicken Chevy-Bulli und nem dreiachsigen Wohnmobil ankamen, alle BangBros-Jacken & –T-Shirts anhatten? Was die da wohl gemacht haben.
Ich hab mir n Pullover gekauft. Nein, nicht von den “Bros” sondern vom Ring!

